Nicht (viel) mehr essen, sondern besser

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung tun gut und fördern die Gesundheit. Das gilt in jeder Lebensphase. Doch vor und in der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, auf sich zu achten. Denn Ernährung und Bewegung wirken sich auf Mutter und Kind aus, nicht nur in der Schwangerschaft sondern auch lange darüber hinaus.
Während der Schwangerschaft versorgt die Mutter ihr ungeborenes Kind über ihren eigenen Stoffwechsel. Wussten Sie, dass der Energiebedarf schwangerer Frauen nur geringfügig ansteigt und das auch erst etwa ab dem 4. Schwangerschaftsmonat? Wenn Sie zum Beispiel zusätzlich eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse und eine Tomate essen, haben Sie den Mehrbedarf eines Tages schon gedeckt. Von einzelnen Nährstoffen braucht der Körper jetzt aber weit mehr als vor der Schwangerschaft. Für zwei denken, aber nicht für zwei essen, lautet also das Motto. So ermöglichen Sie es Ihrem Baby, prima wachsen und gedeihen zu können. Im Alltag können Sie das umsetzen, indem Sie viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte in Ihren Speiseplan einbauen. Das sind Beispiele für Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte.
Für Schwangere gilt, was in jeder Lebensphase gut tut: Essen und trinken Sie bewusst, abwechslungsreich und ausgewogen.
Genießen Sie reichlich kalorienfreie/kalorienarme Getränke und pflanzliche Lebensmittel.
Essen Sie tierische Lebensmittel nur in Maßen und bevorzugen Sie dabei fettarme Milch(-produkte), fettarmes Fleisch, fettarme Fleischwaren und fettreiche Meeresfische.
Sparsam verzehren sollten Sie Fette mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren sowie Süßigkeiten und Snackprodukte.
Gönnen Sie sich regelmäßige Mahlzeiten für ein besseres Wohlbefinden.
Hier finden Sie eine praktische Übersicht zu den Empfehlungen: PDF (505 kb)
Schwanger und Vegetarierin?
Sie sind schwanger und möchten (auch weiterhin) auf Fleisch verzichten? Solange Sie genug Milch und Milchprodukte essen und Ihre Eisenversorgung gut im Blick behalten, steht dem nichts entgegen. Fleisch ist eine wichtige Quelle für Eisen. Dieser Mineralstoff ist bedeutsam für den mütterlichen Stoffwechsel und für die Entwicklung des ungeborenen Babys. Wenn Sie kein Fleisch essen, bauen Sie reichlich Vollkornprodukte in Ihren Speiseplan ein und essen Sie dazu Gemüse oder Obst. Denn mit dem Vitamin C aus Brokkoli, Orangen und Co. verbessert sich die Eisenaufnahme aus dem Getreide. Eisenpräparate sind nur sinnvoll, wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bei Ihnen einen Eisenmangel feststellt.
Wer hingegen als Veganerin in der Schwangerschaft ganz auf tierische Produkte verzichtet, kann eine ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen, auch bei sorgfältiger Auswahl an Lebensmitteln, nicht erreichen. Veganerinnen sollten in jedem Fall mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt sprechen, denn diese Form der Ernährung birgt ernste Risiken für das Baby.
Lebensmittel sorgfältig auswählen
Manche Lebensmittel können Erreger enthalten, die dem ungeborene Kind schaden können. Es geht um die Auslöser für Toxoplasmose und Listeriose. Das sind relativ seltene, aber für das Kind ernsthafte Infektionskrankheiten, die meist durch den Verzehr roher tierischer Produkte hervorgerufen werden. Meiden Sie daher bestimmte Lebensmittel und achten Sie beim Umgang mit Lebensmitteln auf einige Hygieneregeln. Alles Wissenswerte dazu und praktische Tipps sind in diesem PDF zusammengefasst.
Abwechslung ist die beste Allergievorbeugung
Auch wenn sich Allergien nicht sicher vermeiden lassen, tragen einfache Maßnahmen dazu bei, das Allergierisiko Ihres Kindes zu verringern oder das Auftreten einer allergischen Erkrankung hinauszuzögern. Wenn Sie sich in der Schwangerschaft ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, helfen Sie, einer Allergie bei Ihrem Kind vorzubeugen.
Bei einem einseitigen Speiseplan können einzelne Nährstoffe leicht zu kurz kommen. Es ist nicht nötig und auch nicht empfehlenswert, zur Allergievorbeugung auf bestimmte Lebensmittel, zum Beispiel auf häufige Allergieauslöser wie Kuhmilch oder Hühnerei, zu verzichten. Bei Fisch gibt es sogar Anzeichen dafür, dass allergische Erkrankungen seltener auftreten, wenn die Mutter in der Schwangerschaft und in der Stillzeit regelmäßig Fisch genießt. Fachleute empfehlen zwei Portionen Fisch pro Woche, davon einmal fettreichen. Besonders fettreiche Meeresfische sind Hering, Makrele, Lachs oder Sardine.
Folsäure, Jod und Eisen
Schwangere Frauen brauchen von einigen Nährstoffen deutlich mehr als sonst. Eine ausgewogene Ernährung liefert die meisten von ihnen in ausreichender Menge. Bei Jod und Folsäure lässt sich der höhere Bedarf in der Schwangerschaft über Lebensmittel allein nicht decken.
Folsäuretabletten sollten alle Frauen mit Kinderwunsch und alle werdenden Mütter bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels einnehmen. Fachleute empfehlen, ein Präparat mit 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag zusätzlich zur ausgewogenen Ernährung einzunehmen.
Achten Sie auch bei Jod schon vor und in der Schwangerschaft auf eine ausreichende Aufnahme. Jodsalz bzw. Lebensmittel mit Jodsalz, zwei Portionen Meeresfisch pro Woche und regelmäßig Milch- und Milchprodukte tragen zu einer guten Versorgung bei. Nehmen Sie in der Schwangerschaft mit Jodtabletten weitere 100 (bis 150) Mikrogramm Jod pro Tag auf.
Behalten Sie zusätzlich Ihre Eisenversorgung im Blick. Weil es hier große individuelle Unterschiede gibt, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin über das Thema sprechen.
Mehr Infos
Literatur-Tipps
Internet-Tipps
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Links zuletzt abgerufen am 24.02.2012



