Stillen kostet nichts und ist gesund – warum tut es dann nicht jeder?

19.05.2011

Bereits während der Schwangerschaft wird der Grundstein für erfolgreiches Stillen gelegt. Werdende Mütter, die sich über das Stillen informieren und von Partner und Umfeld unterstützt werden, stillen länger und erfüllen damit öfter die Empfehlungen. Darauf weist das Netzwerk „Gesund ins Leben“ in den neuen Handlungsempfehlungen für Schwangere hin.

Auch wenn heute 90 Prozent der jungen Mütter in Deutschland mit dem Stillen beginnen, werden über die Hälfte aller Säuglinge schon im zweiten Monat nicht mehr ausschließlich gestillt. Befragt man die Mütter nach den Gründen, so heißt es häufig, dass die Milch nicht gereicht hat, dass das Baby nicht gut getrunken hat oder die Brustwarzen schnell wund wurden. Die Alternative „Flaschennahrung“ stand außerdem gleich zur Verfügung und wurde von den Befragten als gleichwertig zur Muttermilch eingeschätzt.


Wie schade, denn Stillen ist das Beste für Mutter und Kind. Wären diese Mütter frühzeitig informiert worden, hätten sie gewusst, dass die Milchmenge in aller Regel genau passend für das Baby ist. Sie hätten darauf vertraut, dass häufiges bedarfsgerechtes Anlegen das Milchangebot reguliert. Sie hätten sich nicht verunsichern lassen, wenn jemand unbedacht gefragt hätte: „Na, hat es denn auch genug getrunken?“. Sie hätten gewusst, wie die Brustwarzen geschont werden. Eine Beratung beim Stillprofi am besten schon in der Zeit der Schwangerschaft hätte sie bestens für ein erfolgreiches Stillen vorbereitet. Die Gründe mit dem Stillen aufzuhören, wären wahrscheinlich gar nicht erst entstanden! Deshalb empfiehlt das Netzwerk „Gesund ins Leben“, sich bereits in der Schwangerschaft über das Stillen zu informieren. Nicht nur die Mutter ist gefragt. Zahlreiche Studien sehen auch im positiv motivierten Partner einen wichtigen Einflussfaktor auf die Stilldauer der Mutter. Auf seine Fragen und Vorbehalte weiß die Stillberatung in der Schwangerschaft Antwort. Und auch das Argument Kostenersparnis ist nicht von der Hand zu weisen. Etwa 120 Euro pro Monat für Säuglingsmilchnahrung, Fläschchen und Sauger spart das Stillen ein.


Die Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben“ basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden von allen einschlägigen Fachgesellschaften, Institutionen und Verbänden inhaltlich unterstützt. Die einheitlichen Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter wurden jetzt durch die Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft ergänzt.


Hinweis:

„Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“ ist ein Projekt der Initiative IN FORM der Bundesregierung und wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

 

Die neuen Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft des Netzwerks „Gesund ins Leben“ wurden am 19. Mai 2011 in Berlin erstmals vorgestellt.


Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

 

Die Handlungsempfehlungen

Hier können Sie sich über die einheitlichen Handlungsempfehlungen von "Gesund ins Leben" und die daraus entwickelten Medien des Kommunikationsnetzwerks informieren.

Ernährung in der Schwangerschaft

Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter

Medien

 

Kontakt

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Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.

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